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Tafraoute und der Anti-Atlas
Das Herz des Anti-Atlas ist Tafraoute. Die Natur hat hier bizarre Felsen aus Granit geformt, die in der Sonne rosa schimmern. Der bekannteste von ihnen, der Chapeau de Napoléon, erhebt sich 2 km südlich der Stadt über Agard Oudad. Die rot getünchten Moscheen und Häuser von Tafraoute fügen sich harmonisch in die Landschaft ein, zusammen mit den grünen Palmen ein wahrhaft grandioses Panorama, das noch gesteigert wird, wenn im Februar die Mandelbäume blühen (Fest der Mandelblüte). Der gepflegte Ort ist Zentrum des Siedlungsgebietes der Ammeln, eines Stammes der Chleuh-Berber. Die Ammeln sind im ganzen Land und in Europa als gute Kaufleute tätig und kehren im Alter wohlhabend in ihre Heimat zurück. Schön sind vor allem die Orte der Umgebung mit rosafarbenen, weiß abgesetzten Häusern, eingerahmt von Palmen und Opuntienhecken, vor einer atemberaubenden, zerklüfteten Bergwelt, man hält die Region nicht umsonst für die schönste Marokkos.
Die Stadt ist vor allem berühmt für ihre Lederschuhe. In kleinen Läden sitzen Schuhmacher und fertigen die eigentümlichen Lederpantoffel mit der hochgezogenen Fersenlasche in den Farben gelb, rot und natur. Für Frauen gibt es bunt bestickte und mit Bommeln verzierte Schühchen. Die Berberfrauen sind dekorativ in dunkelblaue, mit Goldborden abgesetzte Tücher gehüllt. Die Bewohner sind Fremden gegenüber höflich und zurückhaltend und haben keinerlei Interesse an Geschäften mit den Touristen. Daher hat der starke Tourismus in den letzten Jahren einige Händler aus Rissani angezogen, die kunsthandwerkliche Erzeugnisse anbieten. Der wichtigste Tag in Tafraoute ist der Mittwoch, wenn entlang dem Oued, das den Ort durchfließt, ein malerischer Souk abgehalten wird. Dann wimmelt es vor Leben.
Sehenswert in der Umgebung
Tal der Ammeln
Unterhalb des gewaltigen Felsmassivs des 2.359 m hohen Djebel Lekst erstreckt sich das 15 km lange, nur wenige Kilometer breite Tal von Norden nach Süden. Hier herrschen natürliche Voraussetzungen für Ackerbau und Besiedlung. Die sieben Stämme jener Gegend zählen insgesamt etwa 80.000 Menschen. Sie bilden zusammen eine begrenzte geographische Einheit und besitzen eine eigene Identität. Der Sammelbegriff für diese Stämme lautet "Ammeln". Die rosa- und ockerfarbenen Dörfer sind in der Nähe von Wasserläufen emporgeschossen, welche die Berghänge nieder brausen, und die Bewohner haben terrassenförmige Anbauflächen für Getreide, Mandelbäume und Olivenhaine angelegt. Heute sind die alten Dörfer ohne Strom- und Wasseranschluss kaum noch bewohnt, es wurden neue, moderne Häuser in dem tiefer liegenden Gebiet errichtet.
Ein idealer Ausgangspunkt für einen Besuch der schönsten Dörfer ist das Örtchen Douar Oume Snate, 5 km außerhalb an der Straße nach Agadir, mit einem interessanten Gästehaus, von dort lassen sich schöne Wanderungen machen.
Die bunten Steine von Tafraoute
Tafraoute Richtung Agard Oudad verlassen. Nach 7 km an der Gabelung geradeaus Richtung Tiznit fahren, direkt danach ist rechts die weißgekalkte Einfahrt zu den „Bunten Steinen“. Vom Abzweig geht eine Piste in 3 km bis zu den bemalten Felsen, sie ist allerdings von tiefen Querrillen durchzogen. Man erreicht eine Hochebene, auf der wie von Riesen verstreute Felsbrocken liegen, in der Ferne die ersten bemalten Felsen. Die Steine wurden 1984 von dem belgischen Künstler Jean Verame mit über 18 Tonnen Farbe in den Farben rot, blau, schwarz und violett bemalt. Obwohl es ein Eingriff in die Natur ist, ist dieser Anblick sehr beeindruckend. Ähnliche Projekte hat der Künstler im Sinai und im Tibesti-Gebirge unternommen. Durch die Witterungseinflüsse sind die Felsen inzwischen sehr verblasst, aber ein Besuch lohnt immer noch.
Ait Mansour
Ait Mansour ist eine herrlich kühle Palmenoase. Mostafa Chioua hat hier eine Fläche eingeebnet, auf der etliche Wohnmobile Platz finden, er spricht sehr gut französisch und kümmert sich in nicht aufdringlicher Weise um Besucher. Hier ist ein kleines Paradies mit mehreren Wasserbecken, in denen das ganze Jahr Wasser ist.












